DAS GROSSE HOFFEN AUF                       SCHWEIZER FERIENGÄSTE –                                 DAS 23. SCHWEIZER HOTELRATING

Fast 40 Millionen Logiernächte wurden im vergangenen Jahr verbucht. So viel wie nie zuvor in der Geschichte des Schweizer Tourismus. Auch die Wintersaison lief hervorragend an. Noch Ende Februar deutete alles auf ein erneutes Rekordergebnis hin. Dann kam das Coronavirus und traf die Schweizer Hotellerie mitten ins Herz. Fast über Nacht brach die Nachfrage komplett und überall ein. Ohne Vorwarnung stand die Branche mitten in der grössten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Phase der Wiederbelebung wird mühsam und be- schwerlich sein, die Herausforderungen sind gigantisch. Viele Häuser, so mutmassen Branchenexperten, werden für immer die Lichter löschen.

 

Positiv im ganzen Elend war eigentlich nur eines: die Geschlossenheit der Branche. HotellerieSuisse mit Andreas Züllig (Präsident) und Claude Meier (Direktor) an der Spitze zeigte bei der Unterstützung ihrer Mitglieder schier Übermenschliches an Einsatz und Kreativität. Dasselbe gilt für den Direktor von Schweiz Tourismus, Martin Nydegger, und den Präsidenten von GastroSuisse, Dominic Platzer. Nie hat sich so eindrücklich gezeigt, wie wichtig exzellent geführte, schlagkräftige Verbände für ihre Mitglieder sind.

 

Matchentscheidend für viele Hotels wird kurzfristig sein, wie gut es gelingt, einheimische Gäste für Ferien im eigenen Land zu begeistern. Das Schweizer Hotelrating, das sich seit mittlerweile 24 Jahren für die nationale Hotellerie stark macht, steht deshalb heuer erst recht unter dem Motto: «Schweizerinnen und Schweizer geniessen ihre Ferien in einem der besten und schönsten Häuser der Schweiz!» Triftige Gründe, das Geld für einmal oder auch wieder öfter im eigenen Land auszugeben und der Ferienhotellerie wieder auf die Beine zu helfen, gibt es zuhauf.

 

Bestes Ferienhotel der Schweiz ist erneut das Castello del Sole in Ascona. Bei den Stadthotels verteidigte The Dolder Grand die Spitze genauso souverän. Erstmals überhaupt aber gab es gleich drei neue Leader: Der Vitznauerhof in Vitznau ist die Nummer eins bei den Nice-Price-Ferienhotels, das Grand Resort Bad Ragaz ist wieder top bei den Wellnesshotels und das Märchenhotel Braunwald ist erstmals das beste Hotel für Familienferien. Grösste Aufsteiger sind bei den Ferienhotels das Eden Roc in Ascona, das Alpina Gstaad und das In-Lain Hotel Cadonau in Brail. Sie machten je fünf Ränge gut. Gar um sieben Ränge verbessert hat sich in der Kategorie Nice Price die Chesa Randolina, einer der grossen Überflieger der vergangenen Jahre.

 

Hotel des Jahres ist das Suvretta House in St. Moritz, das die heikle Gratwanderung zwischen Vergangenheit und Zukunft genial meistert. Hotelier des Jahres ist Jean-Yves Blatt (The Chedi Andermatt). Koch des Jahres ist Heinz Rufibach (Grand Hotel Zermatterhof). Concierge des Jahres ist Sylvie Gonin (Beau-Rivage Pa- lace, Lausanne-Ouchy). Newcomer des Jahres ist Maximilian von Reden (Schweizerhof Bern & Spa).

 

Aufsteiger des Jahres ist Simon Spiller (Eden Roc, Ascona). Das Comeback des Jahres gab Philippe Frutiger (Giardino Mountain, St. Moritz-Champfèr). Der Lifetime Award schliesslich geht an Hans Wiedemann, einen der ganz Grossen der Schweizer Hotellerie. Ohne ihn gäbe es das Badrutt›s Palace in St. Moritz, eines der faszinierendsten Hotels der Welt, nicht mehr.

 

Zum sechsten Mal haben wir auch 15 Trouvaillen gefunden. Es sind ganz unterschiedliche kleine und grössere Hotelperlen, die aus dem einen oder andern Grund nicht ins Rating aufgenommen werden können und gleichwohl Erlebnisse der besonderen Art bieten. Häuser wie das historische Märchenschloss Grandhotel Giessbach, versteckte Geheimtipps wie das Albergo Garni Elena in Losone oder das kleine Gesamtkunstwerk Pensiun Aldier im Unterengadiner Flecken Sent. Sie stehen exemplarisch für die spannende Vielfalt der Schweizer Hotellerie.

 

Neu haben wir für das Schweizer Hotelrating einen Beirat installiert. Dieser besteht aus Ariane Ehrat (Tourismus-Managerin), Annette Weber (Leiterin Weber Verlag), Christoph Ammann (Leiter Reiseredaktion Tamedia), Martin Barth (Präsident und CEO World Tourism Forum Lucerne) und Martin Nydegger (Direktor Schweiz Tourismus). Das hochkarätige Gremium unterstützt den Autor mit Inputs und Tipps. Gemeinsam bestimmen Autor und Beirat künftig auch das Hotel des Jahres. Für alle andern Auszeichnungen ist der Autor zusammen mit seinem Team von Testern weiterhin allein zuständig. Der Beirat nimmt auch keinerlei Einfluss auf die Aufnahme oder Klassierung der Hotels.

 

Ein grosses Dankeschön geht an Annette Weber, die Chefin des Weber Verlags in Thun. Es macht von Jahr zu Jahr noch mehr Freude, mit dieser kompetenten Verlegerin und ihrem hochprofessionellen Team zusammenzuarbeiten. Bedanken möchten Verlag und Autor sich auch bei den Inserenten und Partnern, ohne deren Unterstützung die Herausgabe dieses Guides nicht möglich wäre. Gemeinsam wünschen wir der Schweizer Hotellerie nun einen wahren Ansturm von Schweizer Gästen, die Mobilisierung einer touristischen Reservearmee gewissermassen. Dann kann auch dieser Überlebenskampf gewonnen werden.

 

Und natürlich wünschen wir Ihnen viel Freude mit dem neuen Hotelführer.

 

Karl Wild

Autor